Banská Štiavnica: Die Stadt im Vulkan, die der Welt den Bergbau lehrte

Es gibt diesen einen Ausblick, den jeder Besucher aus Banská Štiavnica im Herzen mit nach Hause nimmt. Sie steigen die Stufen zur Kalvária (dem Kalvarienberg) hinauf, drehen sich um – und vor Ihnen erstreckt sich die Stadt, wie eine Handvoll roter Dächer über die Hänge verstreut. Dahinter ragen die sanften Ausläufer der Štiavnické vrchy (Schemnitzer Berge) auf und irgendwo in der Ferne zeichnet sich die markante Silhouette des Berges Sitno ab. In genau diesem Moment wird einem das klar, was man kurz zuvor im Museum gehört hat: Diese gesamte Stadt liegt im Inneren der Kaldera eines erloschenen Vulkans. Es ist also kein gewöhnliches Tal, sondern ein gewaltiger Vulkan krater, in den die Menschen vor Jahrhunderten Häuser, Kirchen und Schächte gebaut haben.
Wir sind eine Stadt mit nur achttausend Einwohnern, aber einer Geschichte, die für zehnmal so viele reichen würde. Genau deshalb haben wir diesen Text geschrieben: Wir möchten Sie einladen und Ihnen gleichzeitig zeigen, was sich hier wirklich lohnt, wo Sie für wenige Zehn-Euro-Scheine ebenso wie im stilvollen Luxus übernachten können und wo man in Štiavnica exzellent isst.
Wo wir liegen: Banská Štiavnica, Mittelslowakei, im Herzen Europas
Falls Sie diese Zeilen weit entfernt lesen, fangen wir ganz von vorne an. Banská Štiavnica liegt in der Mittelslowakei – in einem kleinen Land im Herzen Europas, das an Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn und die Ukraine grenzt. Die Slowakei ist Mitglied der Europäischen Union sowie des Schengen-Raums, die Währung ist der Euro, im Tourismus spricht man problemlos Englisch und Deutsch, und fast überall kann mit Karte bezahlt werden. Es ist ein Land, das zu einem großen Teil aus Bergen besteht – mit neun Nationalparks, über sechstausend Höhlen, hunderten Burgen und Thermalbädern –, und dennoch ist ein Urlaubstag hier deutlich günstiger als in Westeuropa.
Aus der Hauptstadt Bratislava erreichen Sie uns mit dem Auto in knapp zwei Stunden, aus Wien in zweieinhalb, aus Budapest in drei und aus Krakau in vier Stunden. Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind Bratislava, Wien (Schwechat), Budapest und Košice. Wir liegen also in idealer Reichweite für einen Wochenendflug – und gleichzeitig in einem Teil der Slowakei, von dem aus die Hohe Tatra (Vysoké Tatry), Banská Bystrica, die Höhlen des Slowakischen Karstes (Slovenský kras) und die Weinberge im Süden nur einen Katzensprung entfernt sind.
Ein wenig Geschichte, die alles erklärt
Banská Štiavnica ist eine freie königliche Bergstadt mit einer tief verwurzelten multikulturellen Vergangenheit. Hier wurden Silber und Gold in solchem Ausmaß gefördert, dass die Stadt jahrhundertelang zu den reichsten im Königreich Ungarn gehörte. Mit dem Bergbau hielt auch die Wissenschaft Einzug: 1762 wurde hier die Bergakademie gegründet – die weltweit erste technische Hochschule ihrer Art, an die Studenten aus ganz Europa strömten. Daher rührt auch der Stolz der Stadt, der bis heute spürbar ist: In Štiavnica ging es nie nur um Erze, sondern stets auch um Bücher, Laboratorien und richtungsweisende Gesetzgebungen, die von anderen Bergbauregionen übernommen wurden.
Die Bergleute hinterließen etwas, das heute zu den schönsten Schätzen der Stadt zählt: ein einzigartiges System von Wasserreservoirs, die sogenannten Tajchy. Diese ausgeklügelten technischen Bauwerke trieben einst die Bergbaumaschinen an; heute verwandeln sie sich im Sommer in traumhafte Badeseen für halb Slowakei. Der historische Stadtkern steht bereits seit 1950 unter Denkmalschutz und gehört seit Dezember 1993 zusammen mit den technischen Denkmälern der Umgebung zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Umland der Stadt gehört zudem zum Landschaftsschutzgebiet Chránená krajinná oblasť Štiavnické vrchy, das 1979 auf einer Fläche von über 77.000 Hektar ausgerufen wurde.
Was Sie sich nicht entgehen lassen sollten
Beginnen Sie Ihren Rundgang auf dem Námestie svätej Trojice (Dreifaltigkeitsplatz). Er ist geneigt, von eleganten Bürgerhäusern mit Laubengängen gesäumt und beherbergt in seiner Mitte eine Pestsäule, die zu den schönsten barocken Skulpturengruppen des Landes zählt. Von dort sind es nur wenige Minuten zum Starý zámok (Altes Schloss) – einer ursprünglich romanischen Kirche, die zu einer Festung gegen die Türken umgebaut wurde – sowie zum Nový zámok (Neues Schloss), einem weißen Wachturm hoch über der Stadt, von dem aus Ihnen die gesamte Kaldera zu Füßen liegt.
Die Kalvária (der Kalvarienberg) ist ein Kapitel für sich. Der barocke Kapellenkomplex zieht sich über den Kamm eines Hügels und wurde nach Jahrzehnten des Verfalls liebevoll restauriert. Der Aufstieg dauert etwa dreißig Minuten und ist auch für Familien mit Kindern problemlos zu bewältigen. Gehen Sie am besten morgens oder eine Stunde vor Sonnenuntergang hinauf, wenn das Licht am schönsten ist und kaum Menschen unterwegs sind.
Wer das wahre Erbe der Stadt hautnah spüren möchte, muss unter die Erde. Das Freilichtmuseum Banské múzeum v prírode bietet eine echte Grubenbefahrung: Ausgerüstet mit Mantel, Helm und Geleucht verbringen Sie eine Stunde in den Stollen, in denen ganzjährig kühle acht Grad herrschen. Für Kinder ist dies oft das aufregendste Erlebnis der ganzen Reise, und Erwachsene kehren mit einer völlig neuen Ehrfurcht vor der Arbeit der einstigen Bergleute an die Oberfläche zurück.
Und dann sind da noch die Tajchy. Der See Počúvadlianske jazero ist der bekannteste und im Sommer lebendigste, Klinger liegt näher an der Stadt und ist etwas intimer, während Veľká Richňava und Evičkino jazero zu den ruhigeren Oasen gehören. Um die meisten von ihnen führen malerische Pfade entlang historischer Wassergräben, die fast eben verlaufen – ideal für einen entspannten Spaziergang, wenn Sie keine Lust auf steile Anstiege haben. Wer die Herausforderung sucht, erklimmt den Sitno (1009 m), den höchsten Berg der Štiavnické vrchy; vom Aussichtsturm hat man an klaren Tagen eine atemberaubende Weitsicht.
Übernachten — vom Hostel bis zum Hotel
Štiavnica ist überschaubar, sodass fast alles vom Zentrum aus bequem zu Fuß erreichbar ist. Das Angebot an Unterkünften ist dabei erstaunlich vielfältig.
Für das kleinere Budget bieten sich Hostels und gemütliche kleine Pensionen in den Gassen oberhalb des Platzes an. Ein Bett im Mehrbettzimmer ist bereits für etwa zwanzig bis dreißig Euro zu haben, ein Doppelzimmer in einer Pension kostet typischerweise vierzig bis sechzig Euro. Im Sommer sind auch Privatunterkünfte und Ferienwohnungen in historischen Häusern sehr beliebt, in denen man sich hervorragend selbst verpflegen kann.
Mittelklasse bedeutet familiengeführte Pensionen mit Frühstück und eigenem Parkplatz – was in den engen Gassen von Štiavnica wertvoller ist, als es auf den ersten Blick scheint. Rechnen Sie mit etwa siebzig bis hundert Euro pro Doppelzimmer, in der Hochsaison auch etwas mehr.
Die gehobene Kategorie umfasst Hotels direkt im historischen Kern – wie das Hotel Grand Matej nahe dem Dreifaltigkeitsplatz – sowie Wellness- und Boutique-Unterkünfte in liebevoll restaurierten Bergbauhäusern. Hier bewegen sich die Preise ab hundert Euro aufwärts; dafür genießen Sie Spa-Bereiche, hauseigene Restaurants und eine Lage, bei der Sie direkt auf den historischen Platz treten.
Wichtiger Tipp: Buchen Sie zu Festzeiten Monate im Voraus! Das Traditionsfest Salamander im September und die Sommerfestivals sorgen regelmäßig für ausgebuchte Kapazitäten in der gesamten Stadt.
Wo man gut isst
Gastronomisch spielt Štiavnica für seine Größe in einer erstaunlich hohen Liga. Eine absolute Legende ist das Café Divná pani am Hauptplatz – ein Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen, wo man erstklassigen Kaffee und hausgemachte Desserts genießt und mühelos einen halben Tag verweilen kann. Direkt im Zentrum finden Sie feine Restaurants mit moderner slowakischer Küche aus regionalen Zutaten ebenso wie klassische urige Lokale mit deftigen Suppen und traditionellen Bryndzové halušky (Schafskäsenockerln). Bierliebhaber kommen in der hauseigenen Mikrobrauerei ERB auf ihre Kosten, deren Bierspezialitäten auch in vielen umliegenden Lokalen ausgeschenkt werden.
Praktischer Rat: Reservieren Sie zur Hochsaison und besonders am Wochenende vorab einen Tisch für das Mittagessen. Lokale gibt es zwar viele, aber sie sind oft klein und schnell besetzt.
Die beste Reisezeit
Frühling und Herbst zeigen Štiavnica von ihrer zauberhaftesten Seite – sanfter Morgennebel in der Kaldera, warmes Nachmittagslicht und ruhige Gassen. Der Sommer steht ganz im Zeichen der Badeseen und Kulturfestivals; wer Menschenmengen lieber meidet, plant seinen Besuch am besten für September. Der Winter zeigt sich still und fotogen: Die verschneite Stadt wirkt wie aus einer anderen Zeit, und in der Umgebung lässt es sich hervorragend langlaufen und skifahren.
Lassen Sie Ihr Auto auf den Auffangparkplätzen stehen und erkunden Sie die Stadt zu Fuß. Das Zentrum ist verwinkelt, die Gassen sind eng und alle Hauptattraktionen lassen sich wunderbar erwandern. Denken Sie an festes Schuhwerk mit gutem Profil – das historische Kopfsteinpflaster an den Hängen kann bei Regen rutschig werden.
Kontakt und praktische Informationen
- Offizielle Website der Stadt: www.banskastiavnica.sk
- Rathaus / Stadtverwaltung: Radničné námestie 1, 969 24 Banská Štiavnica, Slowakei
- Lage: Mittelslowakei, ca. 190 km von Bratislava, 150 km von Wien entfernt
- Währung: Euro (EUR) · Sprache: Slowakisch, im Tourismusbereich Deutsch und Englisch weit verbreitet
Ein aktuelles Veranstaltungsprogramm, Öffnungszeiten der Museen und Kontaktdaten der Tourist-Information finden Sie auf der offiziellen Website der Stadt.
Herzliche Einladung
Banská Štiavnica ist keine Stadt, die man in zwei Stunden „abhaken“ kann. Es ist ein Ort, an dem man morgens auf einen Berg steigt, nachmittags tief unter die Erde fährt, abends auf dem Platz bei einem Glas Wein verweilt und am Ende mit dem Gefühl abreist, viel zu kurz geblieben zu sein. Wenn Sie einen Ort mit Seele, Geschichte und unberührter Natur suchen, kommen Sie uns besuchen – und nehmen Sie sich mindestens zwei Tage Zeit.
Dieser Text entstand als Präsentation der Stadt für Besucher. Wir empfehlen, Informationen zu Veranstaltungen, Öffnungszeiten und Unterkünften vor der Anreise auf der offiziellen Website der Stadt zu überprüfen.
Fotogalerie

Centrum a typická atmosféra mesta v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
View of Holy Trinity Square from Town Hall Square
Foto: Ladislav Luppa · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Centrum a typická atmosféra mesta v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
Volksfest in Banská Štiavnica
Foto: Derstuff · CC0 · Wikimedia Commons

Jedna z historických pamiatok, ktoré tu môžete vidieť v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
Main place of Banská Štiavnica
Foto: Jacquesverlaeken · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Jedna z historických pamiatok, ktoré tu môžete vidieť v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
Juhozápadná fasáda Kostola svätej Kataríny
Foto: Lure · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Príroda a možnosti výletov v okolí v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
Poľad na vrchol Sitna z Tatárskej lúky
Foto: Peko · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Príroda a možnosti výletov v okolí v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
Die Landschaft bei Banská Štiavnica
Foto: Derstuff · CC0 · Wikimedia Commons

Typická regionálna kuchyňa, ktorú tu ochutnáte v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
Tarhoňa
Foto: Maciarka · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Typická regionálna kuchyňa, ktorú tu ochutnáte v lokalite Banská Štiavnica, Slovensko.
kvasená kapusta
Foto: Maciarka · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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